
Michael „Mike" Schlauß · 1975 – 2025
Für Mike
Über viele Jahre stand Mike mit uns auf der Bühne. Am 10.10.2026 spielen wir ein letztes Mal — im E-Werk Erlangen — und tragen ihn dabei bei uns. Wer ein Shirt vorbestellt, hilft seiner Familie und trägt ein Stück Hirschleder-Geschichte weiter.
Ein Nachruf · Michael „Mike" Schlauß · 1975–2025
Brother of Metal
Es begab sich vor ungefähr 27 Jahren. Unsere kleine Kapelle war gerade ein Jahr alt geworden, als wir erstaunt feststellen mussten, dass unser damaliger Rhythmus-Gitarrist am Glas wesentlich besser war als an der Gitarre (nix für ungut, mein alter Freund!). Kurzerhand wurde der Posten beim Thomann am schwarzen Brett ausgeschrieben („in echt", noch nix mit Internet), und es hat sich daraufhin, wenn ich mich recht entsinne, genau ein Musiker gemeldet: ein gewisser Michael Schlauß.

Anfangs hatten wir ihn noch etwas kritisch beäugt – er war aus „der Stadt", er war einige Jahre älter als wir, er hatte (noch) kurze Haare. Ich kann mich noch genau an die erste Probe mit ihm erinnern und daran, wie wir danach beim Schaffers Thorsten in Kemmathen auf dem Sofa saßen und uns „beschnupperten". Aber da sich herausstellte, dass wir auf die gleichen Bands standen (was seinerzeit eigentlich das Wichtigste war) und er einfach ein cooler Dude war, der damals schon gut Gitarre spielen konnte, war er ab sofort Teil der Band. Und was soll ich sagen – ich denke, das war das Beste, was Hirschleder passieren konnte!
Fun Fact am Rande: Ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass Mike seinen Spitznamen, also, ähm, „Mike" eben, schon hatte, als er zu uns kam. Das hat er vor einigen Jahren aber richtiggestellt. Er meinte, wir hätten ihm den Spitznamen von Anfang an aufgezwungen, weil Michael nicht „Metal" genug sei 😂 Daran kann ich mich in der Tat nicht mehr erinnern …
„Ich kann mich an keinen einzigen Streit mit ihm erinnern. Wirklich — keinen einzigen."
Mike war ab seinem Einstieg bis zur Auflösung ununterbrochen Teil der Band. Und er hat der Band von Anfang an Gleichgewicht gegeben. Er war der ruhende Pol, ohne dabei leise zu sein. Der Vermittler, der Schlichter, das Rückgrat der Band. Ich habe sehr lange überlegt – aber ich kann mich an keinen einzigen Streit mit ihm erinnern. Wirklich! Keinen einzigen – ich schwör! Und das ist schon erstaunlich, da so ein Bandkonstrukt ja durchaus Reibungspunkte bietet. Vielmehr hat Mike immer versucht, Konflikte zu lösen, jedoch nicht, ohne dabei auch seine eigene Meinung zu vertreten. Aber immer sachlich, immer auf Augenhöhe, immer positiv denkend.



Das ist eh etwas, das Mike ausgezeichnet hat: Er war immer Optimist, hat nach vorne geschaut, anstatt zu hadern, er war absolut zuverlässig, er hatte immer gute Laune, er hat immer gerne gefeiert. Man war einfach gerne in seiner Gegenwart, er hat es einem immer leicht gemacht, sich wohlzufühlen. Und er war zu einem großen Teil dafür verantwortlich, dass unser Bandgefüge funktioniert hat, dass aus guten Freunden Brüder geworden sind (klingt jetzt vielleicht etwas „drüber", trifft's aber irgendwo ganz gut).
Auch als Gitarrist hat er sich über die Jahre enorm weiterentwickelt. Mich hat er vom Stil her immer an James Hetfield erinnert: die Gitarre sehr tief hängend, später wurde es – wie bei Hetfield – ebenfalls eine Explorer, und er hatte einen ähnlichen Picking-Stil. Und er war mit der rechten Hand brutal schnell und präzise! 6-Minuten-Downstroke-Biester wie Painkiller (das wir live auf gefühlten 230 bpm gespielt haben und das nur Luschen und Bassisten im Wechselschlag spielen 😋) hat er mit einem Lächeln auf den Lippen und wie ein Großer posend mit einer unglaublichen Präzision und Durchschlagskraft heruntergenagelt, dass es eine wahre Freude ist.

Nun ist unser lieber Freund Mike kurz vor Weihnachten im Alter von nur 50 Jahren leider völlig überraschend und viel zu früh von uns gegangen. Er hinterlässt eine riesige Lücke, die nicht zu füllen sein wird. Wir sind absolut fassungslos und seit Wochen dabei, diesen unglaublichen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Unsere tiefste Anteilnahme geht an Mikes Frau Daniela und ihre gemeinsame Tochter Annika. Wir wünschen euch viel Kraft in den nächsten Wochen und Monaten.
Ein Dank geht an unsere lieben Freunde von Hatred, die ebenfalls ihre Anteilnahme ausgesprochen und einen sehr emotionalen Nachruf veröffentlicht haben. Das hätte Mike sicherlich sehr gerne über sich gelesen.
Mike, unser geliebter Freund, unser „Brother of Metal", Ruhe in Frieden. Wir vermissen dich! Aber irgendwann sehen wir uns wieder, ganz bestimmt. Auf einen gemütlichen Asbach-Cola, leckere Trockau-50:50-Mische, wie damals. Mach's gut!
All of us are bonded forever! ♥️🖤
— Jan, im Namen von Hirschleder
Trag ihn mit dir — Gedenk-Shirt vorbestellen
Das Abschiedskonzert
Farewell Mike
- Wann
- Sa. 10.10.2026
- Wo
- E-Werk Erlangen · Clubbühne
- Mit unseren Freunden von
- Schlachtschüssel & Hatred
